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Bälzer Sangesgilde KG Knorrköpp e.V.
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Chronik der Bälzer Sangesgilde KG Knorrköpp e. V. 1901 Boppard

 

 

Am 24. Februar 1901 wurde der Verein von 17 Nachbarn der Bälzer Nachbarschaft unter dem Namen „Bälzer Karnevalsgesellschaft Knorrköpp“ gegründet. Im Laufe der folgenden Monate wurden vereinseigene Statuten aufgestellt und der Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender und Präsident des Vereins war Peter Burgard, Vizepräsident war Josef Hahn. Am 21. November 1901 wurden die Statuten vom damaligen Bürgermeister Brandts mit Siegel und Unterschrift genehmigt.

Sänger und Karnevalisten waren nun ein selbstständiger Verein und konnten gemäß ihrer Satzung „ den Humor unter den jungen Leuten des Balzes hochhalten“. Die Gesellschaft bestand aus aktiven Mitgliedern (Red.: Karnevalisten) und Chormitglieder. Die Mitwirkung im Chor war nur auf Antrag des Vorstandes in einer geheimen Abstimmung möglich. Neue Vereinsmitglieder konnten nur nach Zustimmung durch die Generalversammlung aufgenommen werden. Alle Vorträge und Lieder mussten dem Vorstand zur Prüfung vorgelegt werden und den Anordnungen des Vorstandes war unbedingt Folge zu leisten. Das Vereinsvermögen muss bei Auflösung des Vereins an die Bopparder Verwaltung überwiesen werden.

Montag nach Weihnachten 1901 fand dann bereits die erste „kleine“ Karnevalssitzung statt. Am 6. Januar 1902 folgte dann die erste große Damensitzung mit Tanzkränchen im Restaurant „Zur Traube“. Aufgrund des großen Erfolges musste kurzfristig noch eine zweite Damensitzung sowie zwei Maskenbälle durchgeführt werden. Auf diesen Veranstaltungen traten vermutlich auch die Sänger erstmals auf. In den darauffolgenden Jahren fanden regelmäßig Sitzungen der Karnevalsgesellschaft statt.

Auf der Generalversammlung am 3. Februar 1907 wurde beschlossen, den Vereinsnamen auf den Namen „Bälzer Gesangverein – Einigkeit Knorrköpp“ zu erweitern, um Sänger und Karnevalisten hervorzuheben.

Aufgrund einer Festlichkeitssperre, die im Jahre 1908 angeordnet wurde, beschloss man auf der Generalversammlung vom 10. Mai 1908, den verein nicht aufzulösen, sondern das Vereinsleben ruhen zu lassen, bis eben diese Sperre wieder aufgeheben wurde. Zu dieser Zeit war es nicht erlaubt, für Veranstaltungen Eintrittsgelder zu erheben und ohne Einnahmen war die Finanzierung der Vereinsaktivitäten nicht mehr gegeben. Die damaligen Mitglieder sahen sich gezwungen, mit ihrer Tätigkeit zu pausieren.

Schon Anfang des Jahres 1909 konnten Sänger und Karnevalisten ihr Vereinsleben in vollen Umfang weiterführen. Selbst die Kriegs- und Nachkriegszeiten der beiden Weltkriege konnten die Tätigkeiten des „Bälzer Gesangverein- Einigkeit Knorrköpp“ nicht zum Erliegen bringen. Sicher ist auch, dass der Chor seit seiner Gründung stets bei der Kirmes der Bälzer Nachbarschaft mitgewirkt und ein Konzert gegeben hat. Die bestätigen die Protokollbücher der Bälzer Nachbarschaft sowie Zeitzeugen. Die Vereintätigkeit beschränkte sich allerdings in den langen Jahren wohl nur auf diesen einen jährlichen Auftritt., obwohl sich die damaligen aktiven Mitglieder weiterhin zur Gesangsprobe oder zum gemütlichen Beisammensein trafen, solange es die politischen Verhältnisse zuließen.

So fanden sich Anfang des Jahres 1951 wieder genügend Sänger und Karnevalisten bereit, diesmal unter dem Namen „Sangesgilde – Bälzer Einigkeit“ den Verein lt. Statuten von 1901 weiterzuführen. Die musikalische Leitung übernahm der Orgelbauer Christian Gerhardt jr. Große Schwierigkeiten bereitete damals die Notenbeschaffung. Der Taktstock des Gründungsdirigenten wurde wieder gefunden und ging nun aus Tradition in den Besitz des jetzigen Chores über. Zwei Personen dieser Neugründungsmitglieder sind heute im Jubiläumsjahr 2011 noch Mitglieder unseres Vereins. Dies sind die aktiven Sänger Hans Biller und Jakob Stahl. Das inaktive Mitglied Willi Breitbach verstarb leider zu Beginn dieses Jahres.

Am Sonntag vor Fastnacht 1952 wurde von allen Mitgliedern bereits ein gemütlicher Kappenabend mit Familienangehörigen veranstaltet. Im Laufe der Jahre wurde das gesellige Beisammensein der Sänger und Karnevalisten immer weiter gefördert sowie echtes Heimatbrauchtum gepflegt. Das Herz für die Bälzer schlug und schlägt auch heute noch bei der Familie Biller, die seit Jahrzehnten aktiv im Verein mitwirkt. Jupp Biller hat Anfang der 60er Jahre das zur Bälzer Hymne gewordene Lied „Dee Abstinenzler“ komponiert. Große Verdienste erwarb sich der langjährige Vorsitzende und Sitzungspräsident Adolf Busch, der von 1966 bis 1994 die Fäden in der Vereinsarbeit zog.

Das stete Anwachsen der Mitgliederzahl aus alle Teilen der Stadt und darüber hinaus, sei es aktiv oder inaktiv, sowie die steigende Verpflichtung, rheinische Kultur und Karneval zu pflegen, veranlassten die Mitglieder auf der Generalversammlung vom 16. Oktober 1976 zu beantragen, dass der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen wird und den Namen „Bälzer Sangesgilde KG Knorrköpp e.V.“ führt. Die Eintragung ins Vereinsregister und die darauf folgende Mitgliedschaft im Deutschen Sängerbund bzw. Sängerbund Rheinland-Pfalz führte zu neuen Anstrengungen, die von den Sängern mit Bravour gemeistert wurde. Auch die 1982 angestrebte Mitgliedschaft der Karnevalisten im RKK ( Regionalverband Karnevalistischer Korporationen) war Ansporn für alle , ihr Bestes zu geben. Die Karnevalssitzungen waren und sind sehr beliebt und alle Aktiven sind bestrebt, den bodenständigen, traditionellen Humor der Bälzer fortzuführen. Absoluter Höhepunkt war die Inthronisierung des ersten Bälzer Prinzenpaares im karnevalistischen Jubiläumsjahr 1999/2000 . Seit 9 x 11 Jahren war es den Bälzer Knorrköpp möglich, erstmals in der Vereinsgeschichte mit Prinz Dieter II. vom Kanalrattespass (Dieter Monsieur) und seiner Prinzessin Elke I.  von den Disharmonikas (Elke Monsieur) die närrische Regentschaft für die Stadt Boppard und ihre Stadtteile zu übernehmen. Auch diese schwere Aufgabe wurde vom Prinzenpaar und seinem Hofstaat mit Bravour gemeistert.

Im Jahre 1989 wurde auf Initiative einiger Frauen und des Dirigenten des Männerchores Karl-Josef Simonis ein Frauenchor gegründet. Der Frauenchor trägt seit dem den Namen „Frauenchor der Bälzer Sangesgilde Boppard“  Aufgrund des großen Interesses vergrößerte sich der Chor rasch und zählte im Jubiläumsjahr 2001 insgesamt 55 aktive Sängerinnen, wobei sich die Anzahl im Jubiläumsjahr 2011 bei 45 aktiven Sängerinnen einpendelt. Der Chor steht seit 1996 unter der Leitung von Frau Olga Matushina. Der Frauenchor stellt durch eine Vielzahl von Veranstaltungen, eigenen Konzerten, Singen für ältere Mitbürger in Altenheimen und Krankenhäusern, Mitgestaltung der Pfingstmesse usw. ihr Können immer wieder unter Beweis. Eine der vielen wichtigen Aufgaben des Chores ist auch die Erhaltung der freundschaftlichen Beziehungen mit den Chören der Partnerstädte Boppards in Keszthely/Ungarn, Ome/Japan und Truro/England.

Da 100 Jahre Singetätigkeit durch das Protokollbuch sowie Zeitzeugen nachgewiesen werden können, wurde dem Verein vom Deutschen Sängerbund im Mai 2001 die „Zelterplakette“ überreicht. Dies ist eine hohe Auszeichnung für alle Sängerinnen und Sänger.

Durch Stetigkeit, Harmonie und ihre Leistungen ist die „Bälzer Sangesgilde KG Knorrköpp e.V.“ weit über Stadt und Landesgrenzen hinaus bekannt.

 

 

 

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